Monatsarchive: Dezember 2014

Schneefall

 

SchneefallSchneefall

Sie gehen durch den ersten Schnee,
Den sie gemeinsam sehen.
Tief versinken sie,
Trinken sie fremde Welt.
Den ersten Schnee sehen sie
In ihrem Atem vergehen,
Und sich selbst.
Tief versinken sie,
Trinken sie Licht einer neuen Welt,
Das auf ihre Spuren fällt.

 


 

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Weihnachtsfest eines Masochisten. Ein Gedicht

Fest_Liebe_Hiebe
Weihnachtsfest eines Masochisten

Weihnachten ist das Fest der Liebe,
Doch gerade dann brauch ich Hiebe,
Heiligabend geh ich in ein bestimmtes Haus,
Die kennen sich mit derlei Wünschen aus.

Die kennen mich dort, ist familiär,
Ist so, als wenn ich bei Freunden wär’.
Freunde, die mir besondre Wünsche erfüllen.
Oh wie schön ist’s, vor Schmerz und Wollust zu brüllen.

Aber so soll es schließlich sein,
In diesem Haus der feinen Pein.
Ich zahle gutes Geld für meine Weihnachtslust,
Das ist es wert, dort habe ich keinen Frust.

Es ist nicht einfach, Maso zu sein,
Viele halten einen für schwach und klein,
Dass ich es nicht bin, brauch ich nicht zu sagen,
Da braucht man nur meine Frau zu fragen.

Für sie bin ich der Ernährer, und nicht zu knapp,
Und auch im Bett mach ich nie schlapp.
Bin immer für sie und die Familie da,
Und ich mach es gern, das ist wohl klar.

Nur im Bett, da wär’ ich eben manchmal gern,
Nicht der Hengst, sondern ein Lover vom Maso-Stern,
Devot, gehorchend, zum Schmerz bereit,
Ein Ehemann, der aus Liebe schreit,

Wenn seine Frau mal die Peitsche schwingt,
Und mich als Domina auf Touren bringt.
Doch leider ist meine Frau da anders gestrickt,
Sie entschuldigt sich schon, wenn sie mich mal zwickt.

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Oh Du Fröhliche – eine weihnachtliche Horror-Kurzgeschichte

Perfektes_Dinner

Oh Du Fröhliche

 Kurzgeschichte von Ralf Boscher

 

Leise summend legte er die gesäuberte Knochensäge an ihren Platz zurück. Oh Du Fröhliche! Bereits seit Stunden ging ihm die Melodie im Kopf herum. Er hatte konzentriert gearbeitet und sich nur wenige Pausen gegönnt. Es sollte alles perfekt werden. Das war er seinen Kunden schuldig. Das erwarteten sie von ihm. Gerade zu Weihnachten. Und weil alle wussten, dass er sie nicht enttäuschen würde, hatte er wie jedes Jahr eine Menge an Vorbestellungen abzuarbeiten. Er lächelte, und wischte sich mit dem Handrücken einen Blutspritzer von der Wange. Der Ruf als bester Fleischer der Stadt kam nicht von ungefähr. Er nahm ein langes Messer zur Hand, spitzte seine Lippen und pfiff munter vor sich hin. Oh Du Fröhliche! Sein Blick schweifte verträumt durch den Raum und verweilte dann einige Momente auf dem Fleischwolf. Und in diesem Jahr würde er etwas ganz Spezielles für seine Kunden haben. Dann machte er sich wieder an die Arbeit. Routiniert setzte er seine Schnitte, und wie so oft, wenn ihm der metallische Geruch des Blutes in die Nase stieg, erinnerte er sich lebhaft an seinen Vater. Sein ermutigend lächelnder Vater, der sich seine riesigen Hände an seiner blutverschmierten Schürze abwischte, und über den Fleischblock gebeugt, seinem Sohn die Feinheiten seiner Arbeit erklärte. Sauber trennte er die Eingeweide heraus und legte sie in eine separate Metallschüssel. Er hatte lange gebraucht, bis ihm der durchdringende Geruch keine Übelkeit mehr verursachte. Aber sein Vater hatte Geduld mit ihm gehabt. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!, pflegte er zu sagen, wenn sein Sohn wieder einmal an die frische Luft musste, um seinen Magen zu beruhigen.

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