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Ein alter Feind neu entdeckt. Die Saat, von Guillermo Del Toro und Chuck Hogan – Rezension

Die Saat, del Toro
Kennt Ihr das? Ihr lest ein Buch und findet plötzlich einen alten Bekannten wieder? Ich dachte schon, es gäbe ihn nicht mehr. Den bösen Vampir, den alten Feind der Menschheit. Ich dachte schon, diese Art des literarischen Blutsaugers wäre ausgestorben, ersetzt durch nette, sensible Vampire, sehr ansehnlich, gut gebaut, in der Sonne glitzernd, mit guten Umgangsformen.

Aber Pustekuchen. Es gibt sie noch, und was das Wiedersehen erfreulich macht: Sie sind wieder da, die Bezüge zum wirklich Beängstigenden. Unter der Oberfläche der von uns Menschen so fein eingerichteten Welt lauert etwas Mächtiges, was uns alle auslöschen kann. Der alte Hauch von Pestilenz. Der alte Gedanke, dass nur ein dünne Haut zwischen unserer zivilisierten Welt und dem Chaos liegt. Dass jeder von uns im Handumdrehen (und nicht durch eine gewollte romantische Handlung) das, was uns als Menschen ausmachte, verlieren kann. Der Vampir hatte immer etwas von einer Krankheit an sich. Und in „Die Saat“ wurde dieser Gedanke (man denke nur an die Blutbild-Bilder aus Coppolas Dracula) konsequent und in aller Grausamkeit durchgespielt.

Ein sehr spannendes Buch. Hart. Apokalyptisch. Aber nicht ohne Hoffnung. Sei wachsam, sei mitmenschlich, achte auf die Zeichen (und besorge dir richtigen Waffen!). Ein Buch für alle, die „The Stand“ von Stephen King mochten (gerade wenn sie bei allem Mögen sich des Eindrucks einer gewissen Langatmigkeit nicht erwehren konnten und sich ein wenig mehr Action gewünscht haben). Ein Buch für alle, denen es im Zwielicht zu wenig zwielichtig zuging.

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Obszön-religiöse Fresken – Clive Barker, Coldheart Canyon – Rezension

Barker_Coldheart
Kennt Ihr das… Ihr hört ein Musikstück und wisst: Diese Töne werden Euch nie wieder loswerden, den ersten Satz von Beethoven Fünfter, die ersten Takte von Dream Theaters „The Spirit Carries On“, Nightwishs „Ghost Love Score“… Ihr lest die ersten Seiten eines Buches und seid gefangen, nein mehr, Ihr wisst, diese Seiten werden Euch immer begleiten. Der Anfang von John Irvings Garp zum Beispiel. Anthony Burgess „Der Fürst der Phantome“. Und die ersten Kapitel von Clive Barkers „Coldheart Canyon“. Die Beschreibung dieser monumentalen, unheimlichen, von düsteren Kräften mit Energie aufgeladenen, obszön-religiösen Fresken. Nur der Anfang, ganz am Anfang von Barkers dickem Wälzer, aber Hallo! Das hat die Qualität seiner „Bücher des Blutes“, vor allem der Titel gebenden Geschichte. Ich bin beeindruckt.

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Buchtrailer zu Tiefer in die Dunkelheit. Erotik, Thrill, Horror

Trailer zu dem eBook / Taschenbuch “Tiefer in die Dunkelheit. Erotik, Thrill, Horror” von Ralf Boscher

Der Soundtrack stammt von: Liebestöter. Rockmusik aus Köln.

Verwendet wurde ein Edit des Songs “Liebeslied” (Instrumentalspuren, ohne Vocals). Den kompletten Song gibt es auf der Homepage der Band zu hören.

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Ein Pub in Clonakilty oder der brennende Engel, John Connolly – Rezension

Brennender_Engel_Connolly
Kennt Ihr das De Barra in Clonakilty (Geburtsstadt des irischen Freiheitskämpfer Michael Collins)? Ein gemütlicher Pub, damals 2001 noch verraucht und meist Freitags der Auftrittsort von Noel Redding (verstorben 2003), ehemals Bassist der Jimi Hendrix Experience. Dort an der Theke des De Barra, einen Tag nachdem ich Noel Redding live gesehen hatte, erzählte mir ein Einheimischer bei einem Guinness (oder zwei) mit hörbarem Stolz in seiner Stimme von einem jungen irischen Schriftsteller. So gut, nein besser wie Stephen King (über den wir ins Gespräch gekommen waren, er hatte Friedhof der Kuscheltiere in meiner Manteltasche gesehen, meine Reiselektüre).

John Connolly würde der junge Ire heißen, seine Romane seien düster, sehr spannend, viel Gewalt, dämonisch ginge es zu. Kurz: Er weckte mein Interesse, und wieder daheim erinnerte ich mich an diesen Buchtipp. Das schwarze Herz. Gekauft. Verschlungen. Das dunkle Vermächtnis. Gekauft, verschlungen. Der Ire im Pub hatte nicht untertrieben (obwohl ich Connolly nicht über King stellen würde): sehr düster geht es in den Romanen zu, die in Charlie Parker eine Hauptfigur haben, die von dunklen Schatten getrieben ist wie kein anderer „Serienheld“, den ich kenne. Getrieben vom Verlust seiner ersten Frau und seines Kindes, von der Rache an den Schuldigen, getrieben vom Bösen, welches ihn, den ehemaligen Cop, jetzigen Privatdetektiv, ob in menschlicher oder dämonischer Form immer wieder findet.

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