Schlagwort-Archive: Kurzgeschichten

Advent, Advent – Lesetipps

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Nun beginnt sie also wieder, die erwartungsfrohe Ankunftszeit. Für die literarische Untermalung der Vorweihnachtszeit habe ich einige Lesetipps aus meinem Fundus:

Für die Freunde des genüsslich-humorvollen Chaos’: Die Kurzgeschichte „Ein haariger Heiligabend“.

Noch mehr genüssliches Vorweihnachts-Chaos: Die Erzählung „Die Grenze des guten Geschmacks“.

Eine weihnachtliche Horrorstory (Kekse, Knochensäge und Weihnachtslieder…): „Oh Du Fröhliche“.

Viel Lesevergnügen!

Ralf Boscher

PS Downloadtipp: Als E-Book gibt es die obigen drei Geschichten bei Amazon zusammen für nur 99 Cent – bitte weiter empfehlen (hier ansehen).

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Männer- & Frauen-Geschichten. Neue Anthologie des Schreiblust-Verlages – und Boscher ist dabei

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„Gemeinsam grundverschieden: Ein Buch mit Männer- und Frauen-Geschichten“, so lautet der Titel der in Kürze für 9,90 Euro im Buchhandel erhältlichen neuen Anthologie des Schreiblust-Verlages.

Herausgegeben von Robert Pfeffer versammelt das Buch mit dem sehr schönen Cover 36 Geschichten – und Ralf Boscher steuerte seine Kurzgeschichte „Der Bierdeckel und das Warten“ bei.

Klappentext des Buches „Gemeinsam grundverschieden: Ein Buch mit Männer- und Frauen-Geschichten“:

„Wenn Männer zu wissen glauben, was Frauen über sie denken, liegen sie meistens falsch. Hingegen wissen Frauen oft mehr über Männer, als diese über sich selbst.

Für Männer untereinander sind die Dinge recht simpel. Sagen Männer wie Frauen. Frauen untereinander dagegen, … komplizierter geht’s kaum. Sagen Frauen wie Männer.

Sehr verwickelt und doch wieder ganz klar, oder?

Ähnlich einem Männergespräch über Frauen oder einer Frauenrunde über Männer. Dieses Buch hat alles davon. 36 Geschichten von 25 Autorinnen und elf Autoren zeigen, wie Frauen und Männer gemeinsam grundverschieden sind.“

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Töte den Drachen! Teil 3. Fortsetzung-Kurzgeschichte in drei Teilen – eine Lovestory der dramatischen Art

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Dritter Teil der Kurzgeschichte
Töte den Drachen!
von Ralf Boscher

(hier geht es zum ersten Teil)

 

7.

Als ich mich endlich aus der Toilette traute, drückte ich dem nächstbesten Jecken mit einer Flasche Fusel einige Euro in die Hand und schloss mich mit dem Hochprozentigen in der vagen Hoffnung wieder auf dem Klo ein, das Gesehene ertränken zu können. Als dies offensichtlich nichts half, beschloss ich, der grausamen Wahrheit männlich ins Antlitz zu blicken. Wobei, vielleicht hatte ich mich ja auch geirrt? Vielleicht war ich so sehr auf Eva fixiert gewesen, dass ich sie sah, wo es sie nicht zu sehen gab? Ja, so hoffte ich, mein Kummer hat mir einen grausamen Streich gespielt. Eva feiert ganz woanders in unschuldiger Runde Karneval, fragt sich dabei sehnsüchtig, traurig, warum sie mich nur nicht dabei haben wollte…

Als ich wieder mit der Maske bedeckt in den Saal zurückkehrte, waren die Veränderung in der Anordnung der Dreiergruppe nur marginal. Eva – und ja, es war nicht zu leugnen, sie war es – hatte lediglich auf den Schoß des anderen Teufels gewechselt. Und da alle Faktoren, die sie zuvor lachen machten, nach wie vor vorhanden waren, lachte sie wohl nur aus dem Grunde nicht, da nun sie eine dicke Zigarre im Mund hatte und dichten Qualm ausblies.

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Töte den Drachen! Teil 2. Fortsetzung-Kurzgeschichte in drei Teilen – eine Lovestory der dramatischen Art

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Fortsetzung der Kurzgeschichte
Töte den Drachen!
von Ralf Boscher

(hier geht es zum ersten Teil)

 

5.

Ich habe die Kraft meiner Drachen tötenden Männlichkeit überschätzt oder die Kraft des Problems unterschätzt. Fortan sahen wir uns beinahe jeden Tag, was hieß, ich besuchte sie in ihrer Wohnung, wir sahen fern oder spielten Kniffel oder Ähnliches – und mit jedem Tag wurde es schwerer, mein einmal gegebenes Wort zu halten. Wenn es wenigstens einen Fortschritt gegeben hätte, wenn Eva nur so zum Beispiel weniger fest zugebissen oder manchmal nicht so hart zugeschlagen hätte. Aber wir drehten uns beständig im Kreis. Jedes Mal, wenn ich zu ihr kam (wir trafen uns nur bei ihr und nur dann, wenn wir uns zuvor verabredet hatten. Gemeinsames Ausgehen, spontane Besuche waren für Eva Ausdruck einer Nähe, die sie – noch nicht – ertrug) war es so, als wenn wir von vorne beginnen mussten. Okay, es heißt, der Weg sei das Ziel. Aber kann man mir verübeln, dass sich derlei Weisheit bei mir nicht einstellen wollte? Wenn sie mir wenigstens erlaubt hätte, sie zu küssen,

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Töte den Drachen! Teil 1. Fortsetzung-Kurzgeschichte in drei Teilen – eine Lovestory der dramatischen Art

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Töte den Drachen!

1.

Weglaufen wollte ich. Ach, wäre ich doch weggelaufen, als ich es noch vermochte.
Ich glaube, dass ich dies nicht konnte, lag daran, dass ich es nie verkraftet habe, den kleinen, verletzten Hund in meinen Armen sterben zu sehen. In seine vor Schmerz weit aufgerissenen Augen blicken zu müssen, ohne etwas tun zu können. Wie alt war ich damals? Vielleicht 5. Vielleicht etwas älter. Ich war auf dem Weg zu meinem besten Freund. Wie oft hatten mir meine Eltern eingebläut: Schau links, schau rechts, und noch einmal links, wenn du über die Hauptstraße gehst. Und wie ich jedes Mal schaute. Aber dieser kleine Hund hatte nicht geschaut. Mit zerbrochenen Knochen lag er im Straßengraben. Ich sah ihn, als ich noch einmal nach links blickte. Sein Hinterlauf war zerquetscht, er blutete aus mehreren Wunden, jaulte herzerweichend. Ich eilte zu ihm. Doch wusste ich nicht, was ich tun sollte. Ich streichelte seinen Kopf, rief um Hilfe. Aber kein Erwachsener kam. Und während ich seinen Kopf streichelte und der kleine Hund mich mit seinen weit aufgerissenen, feuchten Augen anblickte, spürte ich verzweifelt, dass sich seine zarte Brust immer langsamer hob und senkte. Ich sah es in seinen Augen. Er starb. Ich nahm ihn vorsichtig in meine Arme, benetzte sein Gesicht mit meinen Tränen, hoffte, dass meine Berührung, ihn durchhalten lässt, bis jemand vorbeikommt, der ihm helfen kann. Doch niemand kam. Niemand half ihm. Und so starb er, nachdem er mir ein letztes Mal in die Augen geblickt hatte. Er jaulte nicht mehr, seine kleine Brust hörte einfach auf, sich zu heben und zu senken. Sein Blick brach, und ich brauchte Stunden, bis ich ihn losließ. Erst als meine besorgten Eltern nach mir suchten, weil ich auch nach Einbruch der Dunkelheit noch nicht wieder daheim war, und sie mich im Straßengraben fanden… – erst als meine Mutter mich in den Arm nahm, hörte ich auf, dem kleinen Hund über den Kopf zu streicheln. Doch sein letzter Blick ließ mich nicht los.

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Oh Du Fröhliche – eine weihnachtliche Horror-Kurzgeschichte

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Oh Du Fröhliche

 Kurzgeschichte von Ralf Boscher

 

Leise summend legte er die gesäuberte Knochensäge an ihren Platz zurück. Oh Du Fröhliche! Bereits seit Stunden ging ihm die Melodie im Kopf herum. Er hatte konzentriert gearbeitet und sich nur wenige Pausen gegönnt. Es sollte alles perfekt werden. Das war er seinen Kunden schuldig. Das erwarteten sie von ihm. Gerade zu Weihnachten. Und weil alle wussten, dass er sie nicht enttäuschen würde, hatte er wie jedes Jahr eine Menge an Vorbestellungen abzuarbeiten. Er lächelte, und wischte sich mit dem Handrücken einen Blutspritzer von der Wange. Der Ruf als bester Fleischer der Stadt kam nicht von ungefähr. Er nahm ein langes Messer zur Hand, spitzte seine Lippen und pfiff munter vor sich hin. Oh Du Fröhliche! Sein Blick schweifte verträumt durch den Raum und verweilte dann einige Momente auf dem Fleischwolf. Und in diesem Jahr würde er etwas ganz Spezielles für seine Kunden haben. Dann machte er sich wieder an die Arbeit. Routiniert setzte er seine Schnitte, und wie so oft, wenn ihm der metallische Geruch des Blutes in die Nase stieg, erinnerte er sich lebhaft an seinen Vater. Sein ermutigend lächelnder Vater, der sich seine riesigen Hände an seiner blutverschmierten Schürze abwischte, und über den Fleischblock gebeugt, seinem Sohn die Feinheiten seiner Arbeit erklärte. Sauber trennte er die Eingeweide heraus und legte sie in eine separate Metallschüssel. Er hatte lange gebraucht, bis ihm der durchdringende Geruch keine Übelkeit mehr verursachte. Aber sein Vater hatte Geduld mit ihm gehabt. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!, pflegte er zu sagen, wenn sein Sohn wieder einmal an die frische Luft musste, um seinen Magen zu beruhigen.

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Historisches: Das Geschwulst – Horror-Kurzgeschichte von Ralf Boscher

Historisches: Ich habe wieder einmal ein wenig in meinem Archiv geblättert. Lange ist es her, dass ich diese Kurzgeschichte schrieb. Hier das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. “Das Geschwulst”, geschrieben 1990.

GeschwulstDas Geschwulst

Dieser Schmerz war anders als gewöhnlicher Kopfschmerz, und er spürte dies, ja er wusste das wohl auch, aber wahrhaben wollte er es nicht. Er wollte gewöhnliches Kopfweh haben, (nimm ne Pille und weg sind sie), und wirklich: Anfangs ließ der Schmerz bald nach, verschwand, und er vergaß.

Aber im Laufe der nächsten Zeit litt er immer häufiger an einem schmerzhaften Druck im Kopf. Dennoch machte er sich eigentlich keine Gedanken, zumal der Schmerz weiterhin nach kurzer Zeit nachließ.

Dann wurden die schmerzfreien Perioden kürzer. Zudem dauerte es nun Tage, bis dieser Kopfschmerz ihn verließ. Jetzt gelang es ihm nicht mehr, den Schmerz zu ignorieren. Wenn er mit anderen zusammen war, wenn sie mit ihm redeten, ihn ansahen, ihn berührten, wenn sie sich im gleichen Raum aufhielten, drängte sich der Schmerz zwischen ihn und die anderen Menschen. Er fühlte sich isoliert und unsicher. Wie normal ihm doch alle erschienen. Wie beneidenswert.

Aber als die Tage der Qual vorbei und die Schmerzen abgeklungen waren, machte sich mit der Erleichterung wieder Gedankenlosigkeit breit. Und noch einige Zeit verging.

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Eine Love & Crime Story: Plötzlich brach die Sonne. Ungekürzt

Plötzlich brach die Sonne

1.

Eine Love & Crime Story: Plötzlich brach die Sonne, von Ralf Boscher

Eine Love & Crime Story: Plötzlich brach die Sonne, von Ralf Boscher

Zusammen mit einem Kasten Wasser und einem Kasten Bier packte ich eine gehörige Portion Sonnenschein in den Kofferraum meines Audi. Ich legte Kühlakkus zwischen die Flaschen und wickelte die Kästen sorgfältig ein in nasse Handtücher, um den Bogen der Harmonie, vibrierend zwischen dem lichtdurchfluteten Himmel und dem kalten Bier, möglichst bis zum Nachmittag gespannt zu halten. Der Ölstand stimmte aufs Haar, Kühlwasser hatte ich nachgefüllt, der Tank war voll bis an den Rand. Die Dinge standen in ihrem richtigen Verhältnis zueinander.

Ich setzte mich auf die Treppe vor der Haustür – gemächlich rumpelte in der Ferne die Schwebebahn durchs Tal –, zündete mir lächelnd eine Zigarette an und dachte an Carmen, die jeden Augenblick aus Richtung der aufgegangenen Sonne auftauchen musste.

Drei Wochen zuvor war sie in mein Leben getreten. Ich hatte mich zu der alten Turnhalle in der Nähe meiner Wohnung begeben, um meinem Körper etwas Gutes zu tun. Doch anscheinend hatte ich mich im Datum geirrt. Denn statt der von mir erwarteten Gymnastik wurde Kampfsport gegeben. Ich trat also durch die Hallentür und lief in ihren Schrei hinein. KIAY! Wenn ich mich an ihre Schreie erinnere…

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Buchvorstellung: Best of… und andere schaurige Kurzgeschichten von Monstern und Kindern

Ralf Boscher - Best of
Sie lachte laut auf. Auch der Spiegel lachte. Das hatte ihm gefallen. Das war doch mal Einsatz! In diesem Moment schlug Alex das erste Mal mit der Axt gegen die Tür: „Ich komm Zoe!“, schrie sie, und holte mit der Axt wieder aus, während Zoe sich mit der Nagelschere erneut eine Haarsträhne abschnitt…

„Diese drei Kurzgeschichten haben es wirklich in sich und greifen dabei auch noch aktuelle Themen wie den Schönheitswahn der Kinder und Jugendlichen auf… Jede Story für sich ist spannend und regt, anders als viele andere Horrorgeschichten, zum Nachdenken an. Gesellschaftliche Probleme in eine Horrorgeschichte gepackt; eigentlich traurig, dass die Storys so viel Wahrheit enthalten. … Wer auf Horrorgeschichten steht, der wird nicht enttäuscht sein. Der Autor schafft es ein schillerndes Kopfkino zu erzeugen…“ (Kathrin Bolte, Rezension auf Amazon).

“Was haben ein Spiegel, ein Stück Holz und ein totes Haustier gemeinsam? Sie alle sind die Hauptdarsteller in Ralf Boschers neuen Kurzgeschichten. Alltägliche Dinge und Begebenheiten werden hier in Horrorszenarien verpackt, die den Leser länger beschäftigen als vielleicht gedacht…” (Kubine, Rezension auf Lovelybooks)

Best of… und andere schaurige Kurzgeschichten von Monstern und Kindern

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