Schlagwort-Archive: Kurzgeschichten

Best of… eine Horrorstory über Schönheitswahn – Leseprobe

Ralf Boscher - Best of
Bring mir ihre Haare! Ihren Mund! Bring mir ihre Augen! forderte die Stimme Zoe auf. Wir wollen sie, wir brauchen sie! Und Zoe lächelte, was der Wut, die sich in ihrem Gesicht spiegelte, etwas Diabolisches verlieh, sah sich kurz um, Niemand zu sehen, gut!, und trat einen Schritt nach vorne, nun kaum mehr vom Gebüsch gedeckt, trat auf einen Ast, der laut knackend zerbrach, woraufhin Sarah sich umdrehte.

Doch bevor Sarah mit ihren schönen Augen sehen konnte, wer oder was sich ihr näherte, schlug Zoe mit Kraft und Präzision zu. Für sie fühlte es sich an, als hätte im letzten Moment vor dem Schlag eine helfende Hand nach dem Ast gegriffen und diesen genau auf jene Stelle von Sarahs Hinterkopf gelenkt, die optimale Wirkung bei möglichst geringer Zerstörung versprach. Sie war überrascht, wie leicht ihr dies von der Hand ging. Ein dumpfes Ploch, ein kurzes Aufstöhnen, und Sarah sackte ohnmächtig zur Seite. Einen Moment lang blieb Zoe mit dem Ast in der Hand über Sarah stehen. Kein Blut war zu sehen. Sarah lag auf der Seite, als würde sie schlafen. Allerdings hatte sie ihre Augen geöffnet, was Zoe einen Augenblick lang erschaudern ließ. Vielleicht hatte sie ja doch zu fest zugeschlagen?

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Kalter Kaffee – eine Kurzgeschichte

Kaffee
Kalter Kaffee

Nerven wie Drahtseile sollte haben, wer zur Weihnachtszeit bei einem Partyservice arbeitet. Von wegen, Fest der Liebe! Bring’ mir meinen Drink’, sonst setzt es Hiebe! Manche Gäste sind wie verwöhnte Kinder, die schon zu lange auf das Christkind warten.

Aber der Gast ist Kunde, und der Kunde ist bekanntlich König. Freundlich lächelnd brachte ich also auch an jenem Abend Bier um Bier, schließlich war ich das grinsende Servicetier. Servierte flink einen Kaffee. Bitte? Ach nein, Sie wollten einen Tee. Nein? nun wollen Sie doch lieber einen Sekt, fragen, wie wohl der Gänsebraten schmeckt? Glauben Sie mir, an dem ist noch keiner verreckt!

Natürlich dachte ich dies nur im Eifer des Gefechts und lächelte dabei. Ich lief wie am Schnürchen, die Maschine stampfte und glühte. Beflissen führte ich meinen Bleistift über den Notizblock, Diener wie ich, und gehorsam nahmen wir die Bestellungen auf. Wir gingen lächelnd über jede noch so dumme Frage und dämliche Bemerkung hinweg, spielten alles herunter, was uns beleidigen könnte, um der guten Laune des Gastes keinen Stich zu versetzen.

Doch in der Phantasie, für einige Momente des Aufatmens, warf ich die Ketten zu Boden, und dort rammte ich – welch’ köstliches Bild! – den Bleistift dem nuschelnden, nörgelnden oder arrogant uns ignorierenden Gast wuchtig in die gekrönte Stirn.

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Buchvorstellung: „Tiefer in die Dunkelheit. Erotik, Thrill, Horror“

Ralf Boscher - Tiefer

Daphne schloss die Augen und lächelte. Der letzte klare Gedanke, bevor er das Vibrieren seiner Finger wieder verstärkte, war der, dass sie den Stadtwald gar nicht so groß in Erinnerung hatte. Die Fliegen, die über seinem Kopf kreisten, bemerkte sie nicht. Bemerkte nicht die Würmer, die bei jedem seiner Schritte aus dem feuchten Waldboden krochen. Die Käfer, die sich von dem dichten Farn fallen ließen. Die Spinnen, die ihre Nester und Jagdlöcher zurückließen und auf 8 Beinen ihnen folgten. All das Getier, das schließlich um sie herum kreuschte und fleuschte, bemerkte sie nicht, während der Lord sich seinem Ziel näherte.

„…Wer Fantasy, Horror, Sex in Büchern mag, kommt hier bestimmt auf seine Kosten.“ (Nach(t)lese auf Amazon).

„…Ich bin eine Liebhaberin von Horrorgeschichten, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie mit Andeutungen spielen und (zur Gänze) auf blutige oder schockierende Mittel verzichten. Ebenso verhält es sich mit erotischer Literatur. Auch dort genügen vage Hinweise, um eine knisternde Spannung zu erzeugen. Der Autor Ralf Boscher fordert den Leser bisweilen dazu heraus, fehlende Beschreibungen der Situation mit der eigenen Fantasie auszufüllen. Das gilt sowohl für die erotischen Elemente als auch für das Grauen, welches sich zunächst kaum spürbar manifestiert, um sich dann nur wenig deutlicher (aber dafür umfassend) seine Bahn zu schlagen…“ (Nephthys auf fantasy-foren.de).

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Futter für die Bestie – Zweiter Teil der Geschichte

Futter_Bestie_Cover
Zweiter Teil der ungekürzten Kurzgeschichte “Futter für die Bestie” aus der dann ebenso benannten Gruselgeschichten-Anthologie des Schreiblust-Verlages. Den ersten Teil findet Ihr hier…

Futter für die Bestie

II.

Mary bleibt am Rand der Lichtung stehen. Ihr ist nicht wohl in der Haut, nervös tritt sie von einem Bein auf das andere. Meine Güte, denkt sie beim Anblick der Skelette, im ersten Moment mehr erstaunt, als erschrocken, bin ich hier etwa auf einem Tierfriedhof gelandet, oder was? Sie beginnt, zu frieren. An diesem herrlichen Spätsommertag. Blauer Himmel, die Sonne scheint, Vögel zwitschern in den Bäumen. Aber sie hat sich den ganzen Weg über schon nicht gut gefühlt. Warum mußte Arko auch ausbüxen! Und wie das hier riecht. Eine Gänsehaut läuft ihr über den Armrücken. Und nun ist sie nicht mehr nur nervös, jetzt ist ihr unheimlich zu Mute. Plötzlich weiß sie, daß sie hier weg muß. Hier stimmt etwas nicht! Um das zu wissen, mußte ihr niemand von den Spaziergängern erzählen. Aber Arko macht noch immer keine Anstalten, zu ihr zu kommen. Und um keinen Preis auf der Welt will sie auf die Lichtung hinaus. Mary weiß sich nicht anders zu helfen, als ihn anzuschreien:

„Arko! Komm sofort her!“

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Futter für die Bestie – Erster Teil der Geschichte

Futter_Bestie_Cover
Erster Teil der ungekürzten Kurzgeschichte “Futter für die Bestie” aus der dann ebenso benannten Gruselgeschichten-Anthologie des Schreiblust-Verlages.

Futter für die Bestie

Zur Mittagszeit kamen einige Spaziergänger aus dem Bruch zurück und redeten sich in der Gastwirtschaft bei Schnaps und Alt den Schrecken von der Seele. Niemand nahm sie wirklich ernst. Der Wind kann schon tückisch sein! hieß es. Da kann man schon mal das Gefühl haben, daß plötzlich jemand hinter einem steht und einem kalt in den Nacken atmet! Und nach einigen Korn waren die Spaziergänger ebenfalls so weit, das unheimliche Gefühl, von etwas beobachtet zu werden, was man nicht selbst sehen kann, als Einbildung abzutun. Keiner glaubte, daß etwas dran sein könnte an den alten Geschichten, die sich früher um das Tote Rahm und das Galgenrahm rankten. Damals. Bevor Männer aus den umliegenden Dörfern die Sümpfe am Rande der Aldekerker Platte trocken legten, um Ackerland zu schaffen. Als es im Bruch weder Straßen noch Brücken gab, und es in Nächten ohne Elektrizität leicht fiel an Dämonen und Geisterstimmen zu glauben, die unvorsichtige Seelen von den schmalen Pfaden weg in die Sümpfe locken.

I.

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Buch-Cover – Ralf Boschers eBook- und Taschenbuch-Titel

„Wie du kommst gegangen, so wirst du empfangen“, war ein beliebter Ausspruch in Jugendtagen. Der erste Eindruck zählt. Ein Blick genügt, heißt es. Entweder wird zugegriffen oder aber weitere Eindrücke interessieren uns nicht.

Buchcover.

Gefällt uns ein Buchcover, so nehmen wir das Buch zur Hand, lesen den Klappentext, blättern im Buch, lesen es an. Gefällt uns das Cover eines eBooks, so lesen wir die Beschreibung, die Leseprobe.

Hier sind nun die Buchcover meiner eBooks und Taschenbücher. Der erste Eindruck zählt, heißt es. Ich hoffe, sie machen einen guten Eindruck.

Ralf Boscher - Best of Cover_Abschied_Boscher_klein

Ralf Boscher - Engel Ralf Boscher -Pommes

Ralf Boscher - Haariger Ralf Boscher - Tiefer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Lord of the Flies, aus: “Tiefer in die Dunkelheit. Erotik, Thrill, Horror”. Leseproben

Ralf Boscher - Tiefer

Daphne liebte ihren Körper, sie sah sich gerne im Spiegel an, drehte und wendete sich, folgte mit ihren Augen ihren Händen, die über ihre Haut strichen, probierte immer neue Anblicke aus, die sie mit ihrer Digitalkamera aufnahm – ob nun nackt oder in Outfits, die ihre körperlichen Vorzüge betonten. Dann bearbeitete sie die Bilder, um sich selbst in unterschiedlichem Licht zu sehen, hob mit verschiedenen Helligkeiten immer neue Facetten ihres Leibes hervor oder betonte mit Schwarz-Weiß-Bildern ihre Figur, die Mann um Mann an ihrem Profil in der Flirtline hängen bleiben ließ, wie Fliegen an den klebrigen Streifen einer Fliegenfalle.

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Captain Future und die Krähe des Todes – eine Geschichte

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Captain Future und die Krähe des Todes

Sie waren bislang folgsame Kinder gewesen. Hatten bis zu jener Nacht an Michaels zwölftem Geburtstag getan, was sie ihren Eltern versprochen hatten. Jedes Mal zuvor, wenn sie im Garten hinter dem Haus von Michaels Eltern gezeltet hatten, waren sie in der Nähe ihrer beiden Zelte geblieben, und ebenso folgsam waren sie um elf Uhr in die Schlafsäcke gekrochen. Aber in jener Nacht schlichen sie sich aus dem Garten heraus. Oh, wie das kribbelte. Alleine schon, dass sie ungehorsam waren, bescherte ihnen einen gewaltigen Nervenkitzel. Zusätzliche Spannung entstand dadurch, dass sie auf einem fremden Planeten unterwegs waren. Eigentlich hatten die Jungs ja die Drei ??? sein wollen, die das Rätsel der Nächtlichen Gestalten lösen, aber da hätte Esther einen Jungen spielen müssen, was sie nicht wollte. Nun war Esther die hübsche Joan Landor, Michael Captain Future und Thomas war Otto. Sie waren auf einem fremdem Planeten gestrandet und auf Erkundungsgang. Professor Simon Wright, das lebende Gehirn, und Grag der Roboter waren im Raumschiff zurückgeblieben, um ihre Mission über die Monitore zu überwachen. Keiner der Bewohner dieses Planeten durfte sie sehen. So hielten sie sich im vom Vollmond geworfenen Schatten der Häuser, drückten sich in Hauseingänge hinein, sprangen über Hecken und versteckten sich hinter ihnen, sobald sie hörten, dass sich ein Auto näherte. Dann hörten sie die Glocken der Kirche zweimal schlagen. Es war halb Zwölf. Kurz vor Mitternacht.

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Ein Polizeimeister im adventlichen Lichterwahn und Tante Dores Lebensfaden. Rezension: Lutz Schafstädt, Tauwetter. Erzählungen.

Tauwetter_Lutz_Schafstaedt
Die vergisst man nicht. Diese feinen Wendungen.

Eine schöne Entdeckung: Lutz Schafstädts Erzählungen, die er als eBook unter dem Titel „Tauwetter“ veröffentlicht hat. Jede Erzählung besticht durch eine genaue und klare Sprache, eine intelligente Klarheit, die aber nicht kalt ist. Im Gegenteil, ich empfinde den Erzählton als warm, ohne sentimental zu werden. Ebenso Herz wie Verstand berührend.

Deswegen werde ich auch nicht vergessen, wie Polizeimeister Kühn eine adventlich-kritische Situation meistert und was Oma Dore Überraschendes mit ihrem „Lebensfaden“ anfängt.

Wie gesagt: Feine Wendungen, die Schafstädt in seinen aufs Wesentliche konzentrierten Geschichten bietet. Mit Herz und Humor erzählt er unaufgeregt von besonderen Momenten im Leben der Protagonisten, sehr lebensnahen Momenten.

Und ich finde aufgrund dieser unaufgeregten Erzählweise wird das Besondere dieser Momente, zumal es Schafstädt gelingt, mit wenigen Worten ganze Erinnerungsräume aufscheinen zu lassen, um so deutlicher, berührender, eindringlicher.

Tauwetter – ganz sicher nicht das letzte Buch von Lutz Schafstädt, das ich lesen werde (Nachtrag April 2015: Das E-Book ist zurzeit nicht lieferbar).

Hier geht es zur Homepage des Autors

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