Schlagwort-Archive: Liebe

Töte den Drachen! Teil 3. Fortsetzung-Kurzgeschichte in drei Teilen – eine Lovestory der dramatischen Art

Drache7

Dritter Teil der Kurzgeschichte
Töte den Drachen!
von Ralf Boscher

(hier geht es zum ersten Teil)

 

7.

Als ich mich endlich aus der Toilette traute, drückte ich dem nächstbesten Jecken mit einer Flasche Fusel einige Euro in die Hand und schloss mich mit dem Hochprozentigen in der vagen Hoffnung wieder auf dem Klo ein, das Gesehene ertränken zu können. Als dies offensichtlich nichts half, beschloss ich, der grausamen Wahrheit männlich ins Antlitz zu blicken. Wobei, vielleicht hatte ich mich ja auch geirrt? Vielleicht war ich so sehr auf Eva fixiert gewesen, dass ich sie sah, wo es sie nicht zu sehen gab? Ja, so hoffte ich, mein Kummer hat mir einen grausamen Streich gespielt. Eva feiert ganz woanders in unschuldiger Runde Karneval, fragt sich dabei sehnsüchtig, traurig, warum sie mich nur nicht dabei haben wollte…

Als ich wieder mit der Maske bedeckt in den Saal zurückkehrte, waren die Veränderung in der Anordnung der Dreiergruppe nur marginal. Eva – und ja, es war nicht zu leugnen, sie war es – hatte lediglich auf den Schoß des anderen Teufels gewechselt. Und da alle Faktoren, die sie zuvor lachen machten, nach wie vor vorhanden waren, lachte sie wohl nur aus dem Grunde nicht, da nun sie eine dicke Zigarre im Mund hatte und dichten Qualm ausblies.

Veröffentlicht unter Boschers Schreibe | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Töte den Drachen! Teil 2. Fortsetzung-Kurzgeschichte in drei Teilen – eine Lovestory der dramatischen Art

Drache5

Fortsetzung der Kurzgeschichte
Töte den Drachen!
von Ralf Boscher

(hier geht es zum ersten Teil)

 

5.

Ich habe die Kraft meiner Drachen tötenden Männlichkeit überschätzt oder die Kraft des Problems unterschätzt. Fortan sahen wir uns beinahe jeden Tag, was hieß, ich besuchte sie in ihrer Wohnung, wir sahen fern oder spielten Kniffel oder Ähnliches – und mit jedem Tag wurde es schwerer, mein einmal gegebenes Wort zu halten. Wenn es wenigstens einen Fortschritt gegeben hätte, wenn Eva nur so zum Beispiel weniger fest zugebissen oder manchmal nicht so hart zugeschlagen hätte. Aber wir drehten uns beständig im Kreis. Jedes Mal, wenn ich zu ihr kam (wir trafen uns nur bei ihr und nur dann, wenn wir uns zuvor verabredet hatten. Gemeinsames Ausgehen, spontane Besuche waren für Eva Ausdruck einer Nähe, die sie – noch nicht – ertrug) war es so, als wenn wir von vorne beginnen mussten. Okay, es heißt, der Weg sei das Ziel. Aber kann man mir verübeln, dass sich derlei Weisheit bei mir nicht einstellen wollte? Wenn sie mir wenigstens erlaubt hätte, sie zu küssen,

Veröffentlicht unter Boschers Schreibe | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Töte den Drachen! Teil 1. Fortsetzung-Kurzgeschichte in drei Teilen – eine Lovestory der dramatischen Art

Drache1
Töte den Drachen!

1.

Weglaufen wollte ich. Ach, wäre ich doch weggelaufen, als ich es noch vermochte.
Ich glaube, dass ich dies nicht konnte, lag daran, dass ich es nie verkraftet habe, den kleinen, verletzten Hund in meinen Armen sterben zu sehen. In seine vor Schmerz weit aufgerissenen Augen blicken zu müssen, ohne etwas tun zu können. Wie alt war ich damals? Vielleicht 5. Vielleicht etwas älter. Ich war auf dem Weg zu meinem besten Freund. Wie oft hatten mir meine Eltern eingebläut: Schau links, schau rechts, und noch einmal links, wenn du über die Hauptstraße gehst. Und wie ich jedes Mal schaute. Aber dieser kleine Hund hatte nicht geschaut. Mit zerbrochenen Knochen lag er im Straßengraben. Ich sah ihn, als ich noch einmal nach links blickte. Sein Hinterlauf war zerquetscht, er blutete aus mehreren Wunden, jaulte herzerweichend. Ich eilte zu ihm. Doch wusste ich nicht, was ich tun sollte. Ich streichelte seinen Kopf, rief um Hilfe. Aber kein Erwachsener kam. Und während ich seinen Kopf streichelte und der kleine Hund mich mit seinen weit aufgerissenen, feuchten Augen anblickte, spürte ich verzweifelt, dass sich seine zarte Brust immer langsamer hob und senkte. Ich sah es in seinen Augen. Er starb. Ich nahm ihn vorsichtig in meine Arme, benetzte sein Gesicht mit meinen Tränen, hoffte, dass meine Berührung, ihn durchhalten lässt, bis jemand vorbeikommt, der ihm helfen kann. Doch niemand kam. Niemand half ihm. Und so starb er, nachdem er mir ein letztes Mal in die Augen geblickt hatte. Er jaulte nicht mehr, seine kleine Brust hörte einfach auf, sich zu heben und zu senken. Sein Blick brach, und ich brauchte Stunden, bis ich ihn losließ. Erst als meine besorgten Eltern nach mir suchten, weil ich auch nach Einbruch der Dunkelheit noch nicht wieder daheim war, und sie mich im Straßengraben fanden… – erst als meine Mutter mich in den Arm nahm, hörte ich auf, dem kleinen Hund über den Kopf zu streicheln. Doch sein letzter Blick ließ mich nicht los.

Veröffentlicht unter Boschers Schreibe | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Historisches: Das Geschwulst – Horror-Kurzgeschichte von Ralf Boscher

Historisches: Ich habe wieder einmal ein wenig in meinem Archiv geblättert. Lange ist es her, dass ich diese Kurzgeschichte schrieb. Hier das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. “Das Geschwulst”, geschrieben 1990.

GeschwulstDas Geschwulst

Dieser Schmerz war anders als gewöhnlicher Kopfschmerz, und er spürte dies, ja er wusste das wohl auch, aber wahrhaben wollte er es nicht. Er wollte gewöhnliches Kopfweh haben, (nimm ne Pille und weg sind sie), und wirklich: Anfangs ließ der Schmerz bald nach, verschwand, und er vergaß.

Aber im Laufe der nächsten Zeit litt er immer häufiger an einem schmerzhaften Druck im Kopf. Dennoch machte er sich eigentlich keine Gedanken, zumal der Schmerz weiterhin nach kurzer Zeit nachließ.

Dann wurden die schmerzfreien Perioden kürzer. Zudem dauerte es nun Tage, bis dieser Kopfschmerz ihn verließ. Jetzt gelang es ihm nicht mehr, den Schmerz zu ignorieren. Wenn er mit anderen zusammen war, wenn sie mit ihm redeten, ihn ansahen, ihn berührten, wenn sie sich im gleichen Raum aufhielten, drängte sich der Schmerz zwischen ihn und die anderen Menschen. Er fühlte sich isoliert und unsicher. Wie normal ihm doch alle erschienen. Wie beneidenswert.

Aber als die Tage der Qual vorbei und die Schmerzen abgeklungen waren, machte sich mit der Erleichterung wieder Gedankenlosigkeit breit. Und noch einige Zeit verging.

Veröffentlicht unter Boschers Schreibe | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Eine Love & Crime Story: Plötzlich brach die Sonne. Ungekürzt

Plötzlich brach die Sonne

1.

Eine Love & Crime Story: Plötzlich brach die Sonne, von Ralf Boscher

Eine Love & Crime Story: Plötzlich brach die Sonne, von Ralf Boscher

Zusammen mit einem Kasten Wasser und einem Kasten Bier packte ich eine gehörige Portion Sonnenschein in den Kofferraum meines Audi. Ich legte Kühlakkus zwischen die Flaschen und wickelte die Kästen sorgfältig ein in nasse Handtücher, um den Bogen der Harmonie, vibrierend zwischen dem lichtdurchfluteten Himmel und dem kalten Bier, möglichst bis zum Nachmittag gespannt zu halten. Der Ölstand stimmte aufs Haar, Kühlwasser hatte ich nachgefüllt, der Tank war voll bis an den Rand. Die Dinge standen in ihrem richtigen Verhältnis zueinander.

Ich setzte mich auf die Treppe vor der Haustür – gemächlich rumpelte in der Ferne die Schwebebahn durchs Tal –, zündete mir lächelnd eine Zigarette an und dachte an Carmen, die jeden Augenblick aus Richtung der aufgegangenen Sonne auftauchen musste.

Drei Wochen zuvor war sie in mein Leben getreten. Ich hatte mich zu der alten Turnhalle in der Nähe meiner Wohnung begeben, um meinem Körper etwas Gutes zu tun. Doch anscheinend hatte ich mich im Datum geirrt. Denn statt der von mir erwarteten Gymnastik wurde Kampfsport gegeben. Ich trat also durch die Hallentür und lief in ihren Schrei hinein. KIAY! Wenn ich mich an ihre Schreie erinnere…

Veröffentlicht unter Boschers Schreibe | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Epilog auf eine Schwiegermutter – eine Horrorstory in Versen

Epilog_Schwiegermutter
EPILOG AUF EINE SCHWIEGERMUTTER

Du wolltest nur sein Bestes,
Ich war dir nicht gut genug.
War nur zweite Wahl für dich,
Nettes Lächeln, blond, nicht klug.

Du wolltest nur sein Bestes,
Mochtest nicht, wie ich die Wäsche gemacht,
Nicht ordentlich genug gefaltet,
Über mein Bügeln hast du nur gelacht.

Du wolltest nur sein Bestes,
Mein Kochen hat dir nicht gepasst,
Kochte anders nur als du,
Schmeckte es ihm, hast du mich gehasst.

Du wolltest nur sein Bestes,
Deswegen zogst du bei uns ein,
Das Zimmer gleich neben unsrem,
Was anderes durft‘s nicht sein.

Du wolltest nur sein Bestes,
Deswegen kam ich zu dir in der Nacht,
Du sprichst sogar im Schlaf,
Aber da hatte ich ‘was mitgebracht.

Du wolltest nur sein Bestes,
Ja, selbst im Schlafe tust du‘s kund,
Ich nahm das Küchenmesser
Schnitt dir die Zunge aus dem Mund.

Du wolltest nur sein Bestes,
Und das Beste, das bin ich,
Kochen und Bügeln sind ihm egal,
Deswegen tötete ich dich.

Du wolltest nur sein Bestes,
Und das hat er nun bekommen,
Hat geholfen, dich zu vergraben,
Dann hat er mich genommen.

Du wolltest nur sein Bestes,
Und dein Bestes hast du ihm gegeben,
Wir haben nun unsere Ruh,
Für sein Glück gabst du dein Leben.

Veröffentlicht unter Boschers Schreibe | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Dendritenflipper – eine Szene mit Lichterblinken und Pling

Ralf Boscher - Engel

Alex Unbehagen stieg mit jeder Stufe, die er im Hausflur hinabging, und plötzlich, auf dem Fuß der Treppe, hatte Alex die Frage. Und nur einen Schritt weiter hatte er auch die Antwort.

Wann hatte Helen eigentlich den Unfall? so lautete die drängende Frage, und sie ging zusammen mit dem bohrenden Unbehagen in genau der Antwort auf, die er am wenigsten hören wollte: An dem Abend, an dem ich sie abgekanzelt habe! Er schlug die Tür des alten Audi zu, drückte die Zigarette aus, startete, gab Gas und KLACK! schoss er los. Sein schlechtes Gewissen katapultierte ihn in einen ganzen Apparat von Schuldgefühlen. Dendritenflipper: Überall blinkten Lichter, und PLING! stieß ihn das Vonsichselbstenttäuschtsein durch den Raum, durch den er, konfus sich um alles andere als um seine Achse drehend, raste.

Er knallte vor das ZU SPÄT! und das BRÜLLEN des Schaffners ertönte wieder: ABGELAUFEN! Abgelaufen! dröhnte es in Alex Ohren, während eine Art magnetischer Sog ihn auf der Stelle festhielt. Abrupt hörte das Dröhnen auf, Farben wechselten rasend schnell und der Sog löste sich. Alex bekam einen Schlag von hinten und schoss wieder quer durch den Flipper. AN DEM ABEND, DA ICH SIE ABGEKANZELT HABE! sang quäkend eine etwas leiernde Automatenstimme und bei: ICH HAB’ ES NOCH NICHT MAL GEWUSST! gab es ein Freispiel.

Veröffentlicht unter Boschers Schreibe | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Überall ihre Hände, ihre Lippen… – Engel spucken nicht in Büsche. Roman über Liebe, Tod und Teufel. Leseprobe

Ralf Boscher - Engel„Woran denkst du?“ fragte Angie an die Badezimmertür gelehnt, in der einen Hand eine Zigarette, den anderen Arm vor der nackten Brust verschränkt, „An Helen?“
„Ja!“, antwortete Krish und blickte, die Arme hinter dem Kopf verschränkt, an die Decke, an der sich der Rauch sammelte, als sähe er in den Schwaden Gestalten sich tummeln,
„Vermisst du sie?“
„Nein, eigentlich nicht. Ich erinnere mich bloß. Einmal nachts lag ich mit ihr hier auf dem Boden, und wir hatten einen Haufen Kerzen überall im Raum angezündet. Es war Sommer und sehr warm hier oben unter dem Dach, heiß geradezu, wir schwitzten beide aus allen Poren, wir waren nackt…“
Angie setzte sich im Schneidersitz neben ihn auf den Boden. Krish stützte sich auf seine Ellbogen und zog an ihrer Zigarette. Dann ließ er sich wieder zurückfallen,
„… Helen saß auf mir und goss sich Massageöl auf die Handflächen, als wären wir noch nicht nass genug, und jedes Mal wenn sie mir die Schultern massierte, fielen ihre Haare wie ein Wasserfall über mein Gesicht. Überall ihre Haare…”
Angie verstand ihn kaum noch, so leise sprach er mittlerweile,
„… überall ihre Hände… ihre Lippen…“, flüsterte er.
Angie saß ruhig daneben, die Arme um die Beine geschlungen und zog am Zigarettenstummel. Lächelnd beobachtete sie seine wachsende Erregung, durch den dünnen Stoff der Pyjamahose zeichnete sie sich deutlich ab. Und ganz allmählich, während Angie den nun stumm in Erinnerungen daliegenden Krish ansah und sich eine neue Zigarette ansteckte, glitt die unbeteiligte, sozusagen stoische Ruhe von ihr ab. Ihre Blicke veränderten sich, waren nicht mehr länger gelassene, unberührte Beobachter, sondern glichen in zunehmendem Maße greifenden Händen. Zufassende, begehrende Blicke warf sie nun auf Krish, ihre Augen griffen nach seinem nackten Oberkörper, fassten durch den Stoff der Hose. Angie drückte die Zigarette aus und legte sich neben ihn. Sie strich Krish übers Haar. Krish lächelte, aber lächelte er in Gedanken oder wegen der Berührung durch Angies Hand, die nun zärtlich über seine Brust strich? Angie tastete nach seinen Rippen, er war schlank, sehr schlank. Zieh den Slip aus und hock dich auf ihn! Es machte sie an, unter der glatten Haut seine Knochen und Muskeln zu fühlen. Angie rückte näher an Krish heran, ihre Brüste berührten seine Haut, sie erschauderte und glitt mit einer Hand unter den Bund seiner Hose.
„Helen!“ murmelte Krish da, weit entfernt von Angie, und während deren Verlangen abrupt erlosch, kam er wieder zu ihr zurück:
„Weißt du, Angie, Helen hat mich wirklich inspiriert…“
Angie zündete sich, wütend auf sich wegen ihres unbedachten Vorstoßes, enttäuscht‑erregt eine neue Zigarette an, setzte sich einen Meter von ihm weg. Der Appetit auf Krish war ihr gründlich vergangen.
„…das ging so tief bei ihr. Bei ihr konnte ich mich fallen lassen. Ich fühlte mich aufgehoben…“
Sie unterbrach ihn:
„Im Hegel’schen Sinne, meinst du?“ und lächelte beinahe schon wieder, begann, die Enttäuschung mit Ironie wegzustecken. Krish überhörte ihre Frotzelei:
„Alleine schon wenn sie mich anblickte… Ihre Augen! Wenn da nicht immer auch gleich das Verlangen nach unseren Körpern gewesen wäre, hätte ich sie wohl tagelang nur angeschaut, in der Anschauung verloren hätte ich mich“, lachte Krish dieses Bekenntnis heraus und setzte sich nun ebenfalls auf. Angie konnte es nicht lassen:
„Und das war dann wohl Schopenhauer, nicht wahr?“ fragte sie mit einer Kleinmädchenstimme ehrfurchtsvoll den großen Weisen.
„Nein, das war Alex“, gab Krish zurück, dieses Mal war ihm die Spitze nicht entgangen. Aber er ging nicht weiter darauf ein: „Gibst du mir mal den Tabak rüber!“ bat er, und zusammen mit dem Päckchen Tabak warf Angie ihm hin:
„Nur gut, dass ich auf dich nicht scharf bin! Gegen so ein Überbild wie Helen kommt ja keine Normalsterbliche an“, sie wollte noch etwas hinzufügen, aber Krish unterbrach sie:
„Nur leider ist auch Helen eine Normalsterbliche!“ und stand auf.

Veröffentlicht unter Boschers Schreibe | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

dies irae – Liebeskummer-Gedichte

Liebeskummer

Wir sind uns so fern

Du bist mir so fern,
Dabei wäre ich so gern
Dir so nah und Du
Wirfst Blicke mir zu,
Diese Blicke.
Wir lieben uns und sehen,
Wir wollen nicht auseinander gehen.
Dies hätte ich so gern,
Aber ich bin Dir so fern.

circulus vitiosus

Ich lag auf dem Bett,
Versuchte, zu lesen,
Und dachte doch an Dich.
Da fielen mir die Augen zu,
Und ich träumte davon,
Dass ich, als mir die Augen zu fielen,
An Dich dachte,
Obwohl ich versuchte, zu lesen,
Dort auf dem Bett,
Auf dem ich liege,
versuche, zu lesen,
Und doch an Dich denke.

carpe diem

Der Tag verlor sich in Stunden,
Da ich nur Zeit durch Adern presste.
Geronnen in Trägheit klumpten Sekunden
Zu Minuten, die aufhäuften sich zu Stunden,
In denen Tag um Tag belanglos verstrich
Und ich allmählich verblich.

dies irae

Bleib, wo du bist,
Und wo das auch ist,
Ich will es nicht wissen,
Will nicht erfahren müssen,
Wie es dir geht,
Wie es um dich steht,
Rühr mein Herz nicht an,
Damit es irgendwann
Nicht mehr wehtut,
Nicht so wehtut.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (No Ratings Yet)
Loading ... Loading ...
Veröffentlicht unter Boschers Schreibe | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar