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Ein Blick hinter die Buchstaben… Fragen an die Schriftstellerin Kay Noa

Spannende Romane, faszinierende Geschichten, Figuren, die sich den Leserinnen und Lesern einprägen – ohne die Möglichkeiten des Self-Publishing wären vielleicht viele literarische Schätze nach wie vor verborgen geblieben. Aber seit einigen Jahren ist die Auswahl jenseits der Verlagswerke größer geworden – und das interessante, breit gefächerte Angebot in Eigenregie publizierender Autoren wird, wie z.B. die Bestsellerlisten bei Amazon zeigen, mit Begeisterung angenommen. Einigen dieser Autorinnen und Autoren aus der Self-Publisher-Szene habe ich einen Fragenkatalog vorgelegt. Ich fragte, was mich als Leser oder als Kollege interessierte. Diese so entstandenen „Interviews“ werde ich in loser Folge auf meinem Blog veröffentlichen.

Ich danke allen, die sich meinen Fragen gestellt haben und so allen Interessierten einen Blick hinter die Buchstaben ihrer Bücher gewähren.

Ralf Boscher

Auge
Heute zu Gast auf Boschers Blog: Kay Noa

Hallo Kay, schön, dass ich Dich auf meinem Blog begrüßen darf! Um gleich einzusteigen:

Was siehst Du als Deinen bisher größten schriftstellerischen Erfolg an?

Mein Staatsexamen – nein, das kommt schon darauf an, wie man Erfolg definiert. Kommerrziell sicherlich die Vampire Guides-Serie.

Wer ist Dir die liebste Figur in einem Deiner Romane oder in einer Deiner Geschichten?
Vampire_Beginners_Guide
Das ist schwer, letztlich sind sie alle irgendwie meine Kinder und auch wenn ich sie oft erschlagen könnte (und das gelegentlich auch tue) – ich liebe sie alle. Aber an Lexa, die sehr viel von meiner Schwester hat, hänge ich schon besonders.

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Das sind so die Momente… Fähre voll und meine Romanidee ist auch futsch

Faehreschnellkurs

Ich hatte so ein paar Ideen für einen Vampirroman – mehr als ein paar Ideen, einzelne Kapitel sind bereits geschrieben. Ja, und dann…

Als ich damals an meinem ersten Roman schrieb, in dem ein wichtiges Thema „Abtreibung“ ist, habe ich mich geweigert, John Irvings „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ zu lesen, obwohl er damals mein Lieblingsautor war (und auch heute noch einer meiner Alltime-Faves ist). Einige Jahre zuvor hatte er dieses wirklich tolle Buch (wie ich heute weiß, da ich es schließlich glücklicherweise sofort nach Fertigstellung meines Romans doch gelesen habe) veröffentlicht, und nachdem ich die anderen greifbaren Bücher von ihm schon verschlungen hatte, schlich ich um „Gottes Werk“ herum wie der Teufel um eine sündige Seele. Aber ich riss mich zusammen. Kaufte zwar das Taschenbuch – aber ich las es nicht. Denn bei ihm wie bei mir war ein Thema „Abtreibung“, und ich hatte einen Höllenschiss, mich zum einen von meinem Lieblingsautor beeinflussen zu lassen (ich Narr damals, glaubte ganz naiv an so etwas wie „originäre Schöpfung“, an meinen eigenen gänzlich „unbeeinflussten“ Roman), zum anderen fürchtete ich, kein eigene Zeile mehr aufs Papier zu bekommen, wenn ich gelesen hätte, wie Irving das Thema anpackt.

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Ein alter Feind neu entdeckt. Die Saat, von Guillermo Del Toro und Chuck Hogan – Rezension

Die Saat, del Toro
Kennt Ihr das? Ihr lest ein Buch und findet plötzlich einen alten Bekannten wieder? Ich dachte schon, es gäbe ihn nicht mehr. Den bösen Vampir, den alten Feind der Menschheit. Ich dachte schon, diese Art des literarischen Blutsaugers wäre ausgestorben, ersetzt durch nette, sensible Vampire, sehr ansehnlich, gut gebaut, in der Sonne glitzernd, mit guten Umgangsformen.

Aber Pustekuchen. Es gibt sie noch, und was das Wiedersehen erfreulich macht: Sie sind wieder da, die Bezüge zum wirklich Beängstigenden. Unter der Oberfläche der von uns Menschen so fein eingerichteten Welt lauert etwas Mächtiges, was uns alle auslöschen kann. Der alte Hauch von Pestilenz. Der alte Gedanke, dass nur ein dünne Haut zwischen unserer zivilisierten Welt und dem Chaos liegt. Dass jeder von uns im Handumdrehen (und nicht durch eine gewollte romantische Handlung) das, was uns als Menschen ausmachte, verlieren kann. Der Vampir hatte immer etwas von einer Krankheit an sich. Und in „Die Saat“ wurde dieser Gedanke (man denke nur an die Blutbild-Bilder aus Coppolas Dracula) konsequent und in aller Grausamkeit durchgespielt.

Ein sehr spannendes Buch. Hart. Apokalyptisch. Aber nicht ohne Hoffnung. Sei wachsam, sei mitmenschlich, achte auf die Zeichen (und besorge dir richtigen Waffen!). Ein Buch für alle, die „The Stand“ von Stephen King mochten (gerade wenn sie bei allem Mögen sich des Eindrucks einer gewissen Langatmigkeit nicht erwehren konnten und sich ein wenig mehr Action gewünscht haben). Ein Buch für alle, denen es im Zwielicht zu wenig zwielichtig zuging.

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Zweite Leseprobe: Midlife Crisis Vampir Roman – aus Ralf Boschers Werkstatt.

Zweite Leseprobe aus dem Romanprojekt von Ralf Boscher „Midlife Crises Vampirroman“, aus dem Kapitel Von Vampiren und der großen Liebe:

Ralf Boscher - zweite Leseprobe neuer Roman
Geliebt habe ich sie, vom ersten Augenblick an! Meine eigene Oma war ja eher ein ausgewachsener Drachen. So der Typ Frau, der eine Wohnung betritt und noch vor dem ersten Hallo mit dem Finger über die obere Kante des erstbesten Bilderrahmens an der Wand streicht, um nach Staub zu fahnden. Und egal wie sehr meine Mutter vor jedem Besuch meiner Oma die Wohnung putzte, wienerte, entstaubte, meine Oma, ihre Schwiegermutter, fand immer, was sie insgeheim hoffte: Ein Zeichen der Unzulänglichkeit ihrer Schwiegertochter, ein Zeichen dafür, dass ihr alles geliebter Sohn, sie, seine Mutter, den Schoß, der alles ist, nie hätte verlassen dürfte. So wenig es mir damals auch gefiel, in ein Dorf zu ziehen – die Verwandlung meines Vaters, sein Aufblühen, jetzt da seine Mutter etliche Kilometer weit entfernt war, versöhnte mich mit der Entscheidung, an der Niederrhein zu ziehen.

Da meine zweite Oma wie meine Opas so früh gestorben war, dass ich mich nicht an sie erinnern konnte und sie somit auf mein Bild, was eine Oma sei, keinen positiven Einfluss haben konnte, war ich von Peters Wunsch, mir seine Oma vorzustellen, nicht sonderlich angetan.

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Midlife Crisis Vampir Roman – aus Ralf Boschers Werkstatt. Ein erstes Kapitel

Leseprobe, ein erstes Kapitel aus dem Romanprojekt von Ralf Boscher „Midlife Crises Vampirroman“

Midlife Crisis Vampir Roman
Hengst und Stute

1. Nicht von schlechten Eltern! Das war sein erster Gedanke an diesem Morgen des 2. Januar, gefolgt von einem Lächeln und einem Griff unter die Bettdecke. Der erste verheißungsvolle Moment, den das neue Jahr für ihn bereithielt, nachdem er das alte Jahr sternhagelvoll verlassen hatte und Neujahr eine einzige Quälerei mit Kopfschmerzen, Brand und einer nachhaltig verstimmten Marina gewesen war. Wann hatte ich eigentlich das letzte Mal eine Morgenlatte? Ach egal, was lange währt, wird endlich gut, sagte er sich angesichts des angenehm spannenden Gefühls in seiner Pyjamahose und hob ein wenig seine 44 Jahre alten Hüften an. Angenehm. Sehr angenehm. Sehr unvorsichtig. Der Schmerz fuhr ihm ins Kreuz. Die gottverdammte Matratze. Der gottverdammte Schreibtischjob. Seine gottverdammte Trägheit. Schon seit Jahren stand Mehr Sport! auf seiner Liste guter Vorsätze ganz oben. Gleich hinter Weniger Zigaretten! Weniger Alkohol! Noch vor Mehr auf Marina eingehen! Für das angebrochene Jahr hatte er die Liste in seinem Geiste kopiert. Was lange währt, wird vielleicht endlich gut. Marina war in dieser Beziehung weiter als er: Sie hatte an Neujahr ihre Laufschuhe entstaubt und war eine Stunde gelaufen.

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