Was ich an Frauenzeitschriften nicht leiden kann

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Frauenzeitschriften
Um es gleich festzustellen: Ich lese gerne Frauenzeitschriften. Nicht nur beim Arzt. Habe ich immer schon getan. Es gibt eine Menge Nützliches zu erfahren. Über Frauen. Und über Allerlei. Interessante Geschichten, spannende Lebensläufe – da blättere ich gerne hinein.

Aber was ich überhaupt nicht leiden kann: All diese eingeklebten Pröbchen, Duft-Appetizer, die Nase-Neugierig-Macher. Puh. In ihrer Mischung manchmal schwer zu ertragen. Was da für Dämpfe zwischen den Seiten aufsteigen. Appretur, Lackfarben-Ausdünstungen sind nichts dagegen. Olfaktorischer Overkill. Und mit tränenden Augen liest sich schlecht. Zudem: Wie soll man denn da einfach mal durchblättern, wenn die Zeitschrift immer zur nächsten eingeklebten Probe springt? Wenn immer diese Doppelseiten aufklappen, wo auf der einen Seite Werbung mit einem geruchsintensiven Lesezeichen prangt…

Man nimmt ein Heftchen zur Hand und fast automatisch landet man bei einer dieser Doppelseiten – und je dicker die eingeklebte Probe ist, umso zwangsläufiger. Und ich habe nicht den Eindruck, dass die Artikel daneben die je interessantesten des Heftchens sind. Vielleicht alleine schon deswegen nicht, weil nichts von der Werbung ablenken soll…

Das empfinde ich als penetrant. Ob es nur mir als Mann so geht? Eine repräsentative Umfrage der Frauen im Haus hat ergeben: Nein. 100% Zustimmung.

Da lobe ich mir doch meine Heavy Metal-Postillen: Dort finden sich die Proben geballt auf einer Seite. 10, 14, 18 Proben auf einer CD. Und ansonsten kann man ungestört blättern. Es könnte ja auch jede Plattenfirma ihre eigene CD mit einem Song pressen lassen und dann finden sich diese Proben verteilt im Heft… Frauenzeitschriften-Prinzip.

Warum tun sich die Kosmetikkonzerne nicht zusammen – und produzieren zusammen eine Pröbchenseite (vor allem da es ja eh nur wenige Konzerne sind, die nur in der Werbung so tun, als würden sie voneinander völlig unabhängige Produkte vertreiben – ach die Vielfalt). Also 4, 6, 8 kleine Proben auf einer Plastikseite, ins Heft eingeklebt, jede Probe von der anderen mit einer Perforation getrennt. Jedes einzelne Pröbchen könnte sogar individuell gestaltet werden – und ist diese Seite einmal herausgetrennt, dann steht nichts mehr dem Frauenzeitschriften-Lesevergnügen im Weg. Man kann hinblättern, wohin man will…

Wobei, ich bin nicht die Zielgruppe. Was weiß ich schon von Frauen-Marketing. Ich blättere ja nur mal hinein… Und wahrscheinlich ist das der Trick dabei, dass auch Frauen nur hineinblättern – und mittels Proben an die wichtigen Stellen gelotst werden. Kann das denn sein? Size matters? Je dicker die Probe… Scheint so. Aber was weiß ein Mann schon davon.

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